Kirchenfenster

Konfirmanden

Konfifreizeit 2019

„Das kann ja was werden!“,

...

- das allgemeine Fazit des Organisationsteams nach dem vorbereitenden Kennenlernen für die diesjährige Konfirmandenfreizeit. Hinter allen lag ein etwas chaotischer Abend mit ungewohnt vielen Konfirmanden. So hatten sich im Gemeindesaal St. Nicolai Jugendliche aus den zwei Konfirmandengruppen aus St. Nicolai, der Gruppe aus St.Paulus/Martin Luther und zum ersten Mal auch die Konfirmanden aus Rössing/Barnten zusammengefunden.

Trotz allem trafen wir uns am Morgen des folgenden Freitags (15.02) am Gymnasium Sarstedt, um die Busfahrt nach Oldau anzutreten und das Wochenende gemeinsam im dort gelegenen Anne-Frank-Haus zu verbringen. Begleitet wurden die 38 Konfirmanden von den Pastoren Ladwig, Fricke und Borcholt, sowie Diakonin Gritlis Rowel und einem 15-köpfigen Team von ehrenamtlichen Jugendlichen. Kaum waren alle ausgestiegen und das Gepäck verstaut, ging es auch schon mit dem Einstieg in das Thema los, unter dem die Freizeit stand: „Shit happens! – Was hat Gott damit zu tun?“ Also die Frage der Theodizee paraphrasiert, die sich damit beschäftigt, wie man an Gott als allmächtig und gütig glauben kann, wenn soviel Leid in der Welt geschieht. Um dem komplexen Thema gerecht zu werden, wurden vier Workshops mit verschiedenen Herangehensweisen über das Wochenende hinweg angeboten.

Eine Möglichkeit war, angelehnt an den Film „Bruce allmächtig“, sich in die Position Gottes und die der Menschen hinein zu versetzen. Mithilfe eines Zwiegespräches durften nun Vorwürfe und Erklärungen von beiden Seiten gegeben werden. Das Ergebnis waren viele interessante Gespräche, aber auch Sackgassen, die die Problematik des Themas aufwarfen.

Im nächsten Workshop wurde es künstlerisch. Die Grundlage dazu bildete das Bild „Der Schrei“ von Edward Munch. Mithilfe von Bibelsprüchen und Überlegungen, in welcher Situation sich der Schreiende befinden könnte, wer und was helfen kann und was für Begegnungen mit Gott oder seinen Mitmenschen ihm zu wünschen sind, gestalteten die Jugendlichen das Bild neu. Die Wand füllte sich mit Kunstwerken, die tiefer blicken ließen, als sich so mancher häufiger äußern mochte.

Weiter ging es mit Situationen, in denen wir häufiger sind, wir uns nicht wohlfühlen, die uns belasten. Daraus folgend beschäftigten wir uns mit Leitfäden wie den zehn Geboten, die Gott uns als Hilfe für eben diese Situationen an die Seite gestellt hat. Hier wurde es persönlicher, es gab Raum von eigenen Erfahrungen zu berichten.

Der vierte Workshop erzählte die Geschichte Hiobs, der allem Leid zum Trotz sein Vertrauen in Gottes Güte nicht verlor. Mit der Geschichte im Hinterkopf wurde es dann wieder kreativ. Mithilfe von Kameras, Playmobil-Figuren, Papier und Buntstiften entstanden Stop-Motion-Videos. Das allgemeine Thema der Kurz-Filme war, wie wir helfen können, eingeschränkt wurde die Vielfalt der Filme dadurch definitiv nicht.

Auch die Konfirmation selbst kam nicht zu kurz, allerding fand sie ihren Platz einem Spiel, in dem die Feierlichkeiten mit einem Zwinkern im Auge komplett durchgeplant wurden – designen und schneidern der Festkleidung inklusive. Insgesamt blieb genügend Zeit gemeinschaftlich zu spielen. So wurde um Stühle und zwischen den Gebäuden umhergelaufen, auf der Suche nach den skurrilsten Gegenständen oder stillgestanden, um nicht zu verraten, wer der Zungenmörder ist. Während des gesamten Wochenendes mussten alle aufpassen, nicht durch einen Gegenstand, der ihnen allein überreicht wurde, „ermordet“ zu werden. Die restliche freie Zeit war gefüllt von Tischtennis, Billard und Fußball.

Der Freitag schloss mit einer Abendandacht rund um das Lied „Zuhause“ von Fynn Kliemann, das sich in der Freizeit noch wiederfinden sollte. Ebenso zog sich das gemeinsame Singen durch das ganze Wochenende.

Für die, die samstagabends noch genügend Energie hatten, gab es eine höchst professionelle Disco samt lauter Musikboxen und Nebelmaschine. Als ruhiges Gegenprogramm schloss sich für alle eine besinnliche Nachtwanderung durch den nahgelegenen, vom Mond hell beleuchteten Wald an. Zurück auf den Zimmern folgte auf die all-abendliche Gute-Nacht-Post die sogenannte Nachtruhe, die von verschiedenen Seiten verschieden interpretiert wurde.

Am Sonntag schloss die diesjährige Konfirmandenfreizeit mit einem Gottesdienst, der die (Un-)Gerechtigkeit Gottes erneut beleuchtete und somit das Wochenende gebührend zusammenfasste. Als dann nach einer etwas zu langen Busfahrt jeder aus dem Bus strömten, konnte man viele erschöpfte Gesichter sehen, gleichzeitig wurden aber schon Bekundungen gemacht, dass es bitte noch eine Freizeit geben sollte.

Und auch das Fazit des Teams endete in einem glücklichen und zufriedenen „Das ist doch was geworden!“.

DKB

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